Zurück
Einkaufsratgeber Umwelt

Lagerung entzündlicher und wassergefährdender Stoffe in Auffangwannen

Hinweis: Die folgenden Informationen haben wir für Sie auf Basis der für ganz Deutschland geltenden Gesetze und Verordnungen zusammengestellt.

Bitte beachten Sie auch die spezifischen Vorschriften und Bestimmungen in Ihrem Bundesland. Nähere Informationen dazu erhalten Sie von der zuständigen Behörde.

Rechtliche Grundlagen zur Gefahrstofflagerung

Vorschriftsmäßige Lagerung gewässergefährdender Flüssigkeiten

In Ihrem Betrieb fallen Stoffe an, die eine toxische Wirkung auf die Umwelt haben? Dann müssen Sie die geltenden Anforderungen für die Handhabung und Lagerung von Gefahrstoffen umsetzen. Die gesetzliche Basis dafür bildet das WHG.

Wasserhaushaltsgesetz (WHG)

Mit dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) schützt der Staat das Grundwasser als lebenswichtige Ressource. Darin regelt er unter anderem, dass Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen besonderen Bestimmungen unterliegen. Diese müssen so betrieben werden, dass sie die Qualität der Gewässer nicht beeinträchtigen. Welche Anforderungen das sind, legt die Bundesverordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) fest:

  • Gefährliche Stoffe werden in drei Risikoklassen eingestuft: WGK 1-3.
  • Ausgehend von der Wassergefährdungsklasse müssen Betriebe eine geeignete sicherheitstechnische Ausstattung vorweisen, um eine Schädigung der Gewässer auszuschließen
  • Behälter für gefährdende Flüssigkeiten müssen dicht sein. Der Betreiber ist dafür zuständig, dies während der gesamten Nutzungsdauer sicherzustellen.
  • Es müssen Maßnahmen für den Fall eines undichten Behälters getroffen werden. Dies kann ein ausgelöster Alarm oder ein sicheres Auffangen der Flüssigkeit außerhalb des ursprünglichen Behälters bedeuten.


Die einfachste Art der ordnungsgemäßen Lagerung: Auffangwannen

Aus der Gesetzeslage folgt: Ein Behälter allein ist nicht sicher genug. Lagergefäße von gewässergefährdenden Flüssigkeiten müssen durch geeignete Auffangwannen doppelt gegen Auslaufen gesichert sein.

Die Auffangwanne muss dabei so groß sein, dass sie den Inhalt des größten auf ihr gelagerten Behälters aufnehmen kann.

Beispiel:
Auffangwanne zur Lagerung von 2 Fass à 200 Liter
Größtes Gebinde = 200 Liter
Notwendiges Auffangvolumen der Auffangwanne = 200 Liter


ACHTUNG: Bei Lagerung in Wasserschutzgebieten (soweit zugelassen) muss die gesamte Lagermenge aufgefangen werden können (im Beispiel 400 Liter).

Beständigkeit des Materials

Achten Sie darauf, dass das Material der verwendeten Auffangwanne unter den im Betrieb gegebenen Umständen korrosionsbeständig ist. Außerdem darf die Haltbarkeit nicht durch die eingelagerten Flüssigkeiten vermindert werden.

HINWEIS: Falls keine weiteren Angaben zur Beständigkeit vorhanden sind, darf das Material der Wanne dem des Lagerbehälters entsprechen.

Auffangwannen aus Stahl

Wannen aus Stahl sind besonders geeignet für entzündbare Stoffe. Die Wannenhöhe sollte mindestens 500 mm betragen.

Auffangwannen aus Polyethylen

Wannen aus Kunststoff eignen sich für die Absicherung von wassergefährdenden Flüssigkeiten. Auch Säuren und Laugen können darin aufgefangen werden. Für die Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten ist Polyethylen nicht verwendbar.

Zusammenlagerung

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie verschiedene Stoffe in ortsbeweglichen Behältern auf einer gemeinsamen Auffangwanne lagern. Nicht jeder Stoff ist für eine solche Zusammenlagerung geeignet (siehe Zusammenlagerungsverbote).

Gelangt mehr als einer der gemeinsam gelagerten Stoffe in die Auffangwanne, kann es zu gefährlichen Reaktionen kommen. Eine eventuelle Hitzeentwicklung kann auch den Auffangwannen schaden und diese unbrauchbar machen.

Dies müssen Sie als Verantwortlicher ausschließen. Lagern Sie nur solche Stoffe zusammen, die sich ohne Bedenken mischen lassen und auch gemeinsam nicht mit dem Werkstoff der Auffangwanne reagieren.

Umgang mit Auffangwannen

Auffangwannen sind ein zweckmäßiges und einfach einzusetzendes Hilfsmittel für das sichere und vorschriftsgemäße Lagern gefährlicher Flüssigkeiten. Das sollten Sie bei der Nutzung im Betriebsalltag beachten:

  • Der richtige Ort für Ihre Auffangwanne: Wählen Sie eine ebene, geschützte Fläche, die nicht in der Nähe eines Verkehrsweges liegt. Im Zweifelsfall stellen Sie einen Anfahrschutz auf. Schützen Sie Auffangwannen vor Regen und Spritzwasser.
  • Fässer richtig auf der Wanne platzieren: Lagern Sie die Gebinde so, dass sie stabil und mit ihrer gesamten Standfläche auf der Wanne aufliegen. Keinesfalls dürfen Teile über die Wanne hinausragen. Austretende Flüssigkeit könnte sonst nicht korrekt aufgefangen werden.
  • Richtig abfüllen: Bei sachgemäßem Gebrauch können Sie Flüssigkeiten aus wannengelagerten Gebinden problemfrei abfüllen. Die Auslauföffnung muss sich dabei über der Wanne befinden, damit Tropfmengen von dieser aufgenommen werden können. Sollte dies nicht möglich sein, nutzen Sie einen Vorsatzbehälter.
  • Kleingebinde richtig stellen: Wenn kleinvolumige Fässer bodennah stehen, kann das Abfüllen zur Herausforderung werden. Platzieren Sie kleine Mengen daher im Idealfall auf einer erhöhten, geneigten Stellfläche über der Wanne.


Betreiberpflichten beim Einsatz von Stahlwannen

Die STAWA-R (Stahlwannen-Richtlinie) konkretisiert die speziellen Anforderungen an Betreiber von Stahlwannen:

  • Der Betreiber ist verantwortlich für den bestimmungsgemäßen Gebrauch der Wanne, dies umfasst auch Unterhalt und Wartung.
  • Die Auffangwanne muss bei Bedarf geleert und gesäubert werden.
  • Bei Materialschäden muss die Wanne repariert oder ersetzt werden.
  • Der Betreiber muss die Funktionsfähigkeit der Wanne mindestens einmal pro Woche prüfen. Bei Bedarf sind externe Sachverständige hinzuzuziehen.
  • Die Gitterroste müssen alle zwei Jahre auf Sicht geprüft werden.
  • Das Ergebnis muss in einem Protokoll festgehalten und der Wasserbehörde auf Verlangen vorgelegt werden.

Die STAWA-R gilt für nicht überbaute Wannen aus Stahl mit einem Volumen bis maximal 1.000 Liter.

Einteilung der Gefahrstoffe in Wassergefährdungsklassen

WGK 1: schwach wassergefährdende Stoffe

WGK 2: deutlich wassergefährdende Stoffe

WGK 3: stark wassergefährdende Stoffe


Falls Stoffe diesen Kategorien nicht zuzuordnen sind, greift die Unterscheidung in

  • nwg: nicht wassergefährdende Stoffe
  • allgemein wassergefährdend: z. B. feste Gemische und bestimmte aufschwimmende flüssige Stoffe (Jauche, Gülle, Silage)


Liegt keine offizielle Einstufung vor, muss der Betreiber den Stoff nach bestem Wissen selbst einstufen.

Zulassungen von Auffangwannen

  • Übereinstimmungserklärung (ÜHP) bestätigt, dass die Auffangwanne die Anforderungen der STAWA-R erfüllt.
  • Durch den TÜV oder eine vergleichbare Prüforganisation erfolgt die einmalige und die wiederkehrende Überprüfung des Herstellers als WHG-Fachbetrieb.
  • Von der STAWA-R abweichende Lagersysteme, z. B. aus Kunststoff, benötigen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung vom DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik, Berlin).
Lagerung entzündbarer und gewässergefährdender Stoffe in Auffangwannen wt$

Wannensysteme aus Stahl

Lagerung entzündbarer und gewässergefährdender Stoffe in Auffangwannen wt$

Wannensysteme aus Kunststoff

Unsere Top-Produkte aus diesem Ratgeber
Meistgekauft
Anzahl Artikel: 132