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Einkaufsratgeber Umwelt

So funktioniert die Hochdruckreinigung

Wie verbinden sich Schmutzpartikel mit Oberflächen?

Ein Hochdruckreiniger nutzt Wasserdruck und optional Wärme sowie ein Reinigungsmittel, um Verschmutzungen verschiedenster Art von Oberflächen zu entfernen. Um seine Funktionsweise zu verstehen, sehen wir uns zunächst an, auf welche drei Arten Schmutz an Objekten anhaften kann

1. Elektrostatische Anziehung:
Elektrostatisch aufgeladene Oberflächen ziehen Schmutz aus der Umgebung mit der entgegengesetzten Ladung an. Häufig kann man diese Art der Anhaftung bei Staub beobachte

Grundlagen der Hochdruckreinigung 076

2. Chemische Reaktionen:
Im Rahmen einer chemischen Reaktion bilden sich aus Ausgangsstoffen neue Stoffe mit veränderten Eigenschaften. Durch die Stoffumwandlung erscheint die Oberfläche verschmutzt. Ein Beispiel sind metallische Oxidationen, also die Bildung von Rost.

Grundlagen der Hochdruckreinigung 075

3. Räumliche Verhakung:
Je rauer eine Oberfläche, desto mehr Ansatzpunkte finden Schmutzpartikel daran. Material und Schmutz greifen ineinander und verbinden sich auf diese Weise. Denken Sie etwa an eine mit Moos überzogene Mauer

Grundlagen der Hochdruckreinigung 074

Hochdruckreiniger nutzen Druck, Wärme und/oder Chemie, um die Verbindung zwischen Schmutz und Oberfläche zu lösen

Bei der Hochdruckreinigung kommen mechanische, thermische und chemische Faktoren zum Einsatz, um anhaftenden Schmutz jeder Art zu entfernen

Mechanische Reinigung

Wie der Name schon sagt, arbeitet ein Hochdruckreiniger vor allem mit Wasserdruck. Über einen Wasseranschluss fließt Wasser in die Kolbenpumpe und wird dort unter Druck gesetzt. Ein Schlauch leitet das Wasser in die Spritzpistole und von dort in die Spritzlanze. Der dabei erzeugte Arbeitsdruck ist eine wichtige Einflussgröße. Er wird üblicherweise in „MPa“ (MegaPascal) angegeben. 1 MPa entspricht 10 bar.

Ausschlaggebend für eine erfolgreiche Reinigung bei räumlichen Verzahnungen ist vor allem der Aufpralldruck. Dieser ist abhängig von folgenden Messgrößen:

  • Spritzabstand: Wie nah befindet sich die Spritzlanze am zu reinigenden Objekt? Als ideal wird ein Abstand von 10 bis 30 cm angesehen.
  • Spritzdüse: Welcher Aufsatz wird verwendet? Für Hochdruckreiniger stehen eine Vielzahl an Düsenaufsätzen zur Verfügung. Eine Rotordüse bewegt den Wasserstrahl kreisförmig über die Verschmutzung. Bei einer Kombidüse haben Sie die Wahl zwischen einem kraftvollen Punkt- oder einem sanften Flachstrahl.
  • Fördermenge: Wie viel Liter Wasser fließen pro Minute durch das Gerät? Je höher die Fördermenge ist, desto besser werden Verschmutzungen gelöst und der Bereich anschließend von lockeren Partikeln gereinigt.

Thermische Reinigung

Durch warmes bzw. heißes Wasser intensiviert sich die Reinigungsleistung drastisch. So können starke und chemisch bedingte Verschmutzungen beispielsweise durch Eiweiße, Fette und Öle schneller gelöst werden. Neben Zeit spart eine Heißwasserreinigung auch Reinigungsmittel. Für das thermische Verfahren ist allerdings ein spezieller Hochdruckreiniger nötig. Dieser wird auch Dampfstrahler genannt und erhitzt das Wasser auf bis zu 150 Grad.

Chemische Reinigung

Oft kommt der Hochdruckreiniger ohne zusätzliche chemische Reinigungsmittel aus. Doch bei Fetten und Ölen, sehr starken Verkrustungen oder speziellen Einsatzgebieten (Auto- oder Fassadenpflege) kann es nötig sein, ein geeignetes Mittel beizufügen. Zu diesem Zweck verfügen viele Hochdruckreiniger über einen integrierten Tank.

Beachten Sie bei der Verwendung von Reinigungsmitteln:

  • Setzen Sie Reinigungsmittel nur dann ein, wenn die Säuberung allein mit Wasserdruck nicht zufriedenstellend war.
  • Setzen Sie chemische Mittel sparsam ein, um Umwelt und Geräte zu schützen. Die Reinigungsleistung verbessert sich durch Überdosierung nicht.
  • Eine zu lange Einwirkzeit kann Oberflächen beschädigen.
  • Lesen Sie in jedem Fall zunächst die Produktangaben und führen Sie Vorversuche durch.
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